Gespinnste

Ein Leben in luftiger Höhe, von jedem Windhauch getragen, bewegt bestimmt viele Menschen und bleibt doch ein unerfüllbarer Wunsch. Geburtsort und Wiege zugleich, wie unvorstellbar das Glück hoch oben in der »Hohenluft-An- und Abflug-Chausee« verweilen zu können. Wach zu werden vom Blinzeln der Sonne und dem Tau, der sich auf den Blättern gesammelt hat. Federleicht und frei.

Die Metamorphose
Es ist ein Leben, besser gesagt ein Vegetieren, im Wandel. Schon bald werden die Raupen verpuppen, um als Schmetterlinge aus den Puppen zu schlüpfen. Handelt es sich um eine »Wiedergeburt« zu werden. Eigentlich muss es so sein, denn der Schmetterling weiß vermutlich nichts von der Raupe, die Raupe nichts vom Schmetterling. Die Raupe wird schließlich während der Metamorphose von den Verdauungssäften – fast – vollständig zersetzt. Vielleicht entstehen die Schmetterlinge auch einfach aus dem Wunsch der Raupen, endlich fliegen zu können. Als die Manifestation ihrer Träume. Das Insekt heißt schließlich auch »Imago«.

Vom Ei bis zum erwachsenen Tier
Die Wissenschaft sieht das natürlich anders , diesen Prozess als Stadien, die das Insekt durchläuft. National Geographic: »Ganze 75 Prozent der bekannten Insekten – darunter Bienen, Käfer, Fliegen und Motten – durchlaufen in ihrer Entwicklung vier Stadien: Ei, Larve (auch Raupe), Puppe und Imago (das ausgewachsene Tier).«

Spinnerei? Gespinnste!
Zumindest lässt sich erahnen, dass das Leben hier oben, auch wenn es so friedfertig aussieht, ein stetiger Kampf auf Leben und Tod ist, anstrengend und hart, vielleicht sogar so sehr, dass die Metamorphose, die verschiedenen Stadien der Entwicklung, als einziger Ausweg erschien, sich unterschiedliche Nahrungsquellen zu erschließen, ohne dass Eltern und Kinder um die gleichen konkurrieren, so steht das jedenfalls ebenda. Ganz schön klug. Verblüffend ausgeklügeltes System.

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